In eigener Sache
(Selbstporträt des Verlags Hinder + Deelmann)
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Im Jahr 2012 blicken wir zurück auf eine neunundfünfzigjährige Verlagsarbeit. Wir begannen im Herbst 1953 als Selbstverlag des von uns gegründeten privaten "Instituts für Geosoziologie und Politik" in Bad Godesberg (Bonn). Unsere Schwerpunkte lagen damals in der Sozialphilosophie und -geographie. Hinzu kamen Beiträge zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der politischen Vergangenheit, vorab die Auseinandersetzung mit der Gewalt in der Politik, sodann die ökologische Frage - lange bevor es ein verbreitetes Umweltbewußtsein gab, das Welthungerproblem, die Begegnung mit der "Dritten Welt". Mit Buchveröffentlichungen warben wir für ein tieferes Verständnis Rußlands ("Rossija" - eine Kultur- bzw. Literaturgeschichte der Russen), gegen die blindwütige Industrialisierung der Landwirtschaft ("Kapitalismus und Nahrungsfreiheit"), für Einsicht in die Abgründigkeit und Völkerrechtswidrigkeit jedweder Verwendung von atomaren Waffen ("Atomkrieg - Grundlegende Informationen") und für einen "Neuen Nomos der Erde" (Carl Schmitt). Leitfaden war und blieb bis Ende der sechziger Jahre die vom Institut herausgegebene Monatsschrift "Gemeinschaft und Politik", die seit 1956 mit der hinzuerworbenen "Zeitschrift für Geopolitik" verbunden und identisch wurde. Sie war die erste deutsche Zeitschrift für gewaltlose Politik von internationalem Niveau (Jahrgänge bis 1968 noch lieferbar). Unser Engagement gegen Wiederaufrüstung und atomare Kriegsführung zwang zu tieferem Nachdenken über die geistigen Grundlagen von Gewaltverzicht und Friedenssicherung. In diesem Zusammenhang kam es auch zur ersten Reise der Verleger in das Land Gandhis, nach Indien (1968/69), zu Besuchen in den Ashrams der Gandhi-Bewegung, an den Wirkstätten Vivekanandas und Maharishis, in Pondicherry und Auroville. Danach begann eine neue Phase unserer Verlagsarbeit. Die Zeitschrift wurde eingestellt, der Verlagsname (in "Hinder + Deelmann") geändert. Fortan konzentrierte sich unser Bemühen auf die Herausgabe einer eher "zeitlosen", wegweisenden, im Yoga verankerten Literatur. Das geschriebene Werk Mahatma Gandhis, Vinoba Bhaves und Sri Aurobindos rückte in den Mittelpunkt der Buchproduktion. Dem Einzelnen sollte Hilfe zu seiner persönlichen Entwicklung, zur Selbsterkenntnis- und -verwirklichung, zur Meisterung seiner tieferen Lebensprobleme geboten werden. Ziel war dabei und ist, den Leser zur Entfaltung seiner spirituellen Kräfte anzuregen und damit der notwendigen Transformation der Gesamtgesellschaft zu dienen. Die dabei gewonnenen Einsichten wirkten sich zwangsläufig auf eine ganzheitliche (integrale) Umsetzung bis in die "Unternehmensstrategie" aus. Der Verlag sieht sich gehalten, seine Kraft weniger im Werbeaufwand zu verzehren, vielmehr auf ein die Jahre überdauerndes Schrifttum zu richten, wobei der Erfolg nicht an großer Titelzahl oder hohen Auflagen bemessen werden kann und das verlegerische Gesamtbemühen dem Schöpfungsprozeß anheimgegeben bleibt. |